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FAQ

Sind Sie Atheist?

Prinzipiell ja, wobei ich dies für eine starke Untertreibung halte. "Antireligiös" wäre wohl treffender.

Was ist Theodizee?

Theodizee ist das Dilemma, der logisch unmögliche Versuch, zu erklären, wie es einen allmächtigen und zugleich allgütigen Gott geben kann. Schließlich würde ein allgütiger Gott niemals all das Leid, das wir aus der Welt kennen, zulassen.

Was bedeutet "I.N.R.I."?

Diese Überschrift über Abbildungen eines toten Jesus am Kreuz ist die Abk. f. "Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum" (lat.) und bedeutet so viel wie "Jesus von Nazaret, König der Juden". Dies wurde ihm angeblich als Rechtsgrundlage für seine Hinrichtung vorgeworfen, als Amtsanmaßung, sozusagen.

Wie kann ich aus der Kirche austreten?

Zum Austritt aus der Kirche benötigt man i.d.R. nur einen Personalausweis oder Reisepass (Verheiratete und Geschiedene u.U. auch ein Familienbuch. Abhängig vom Bundesland sind beim Amtsgericht oder Standesamt bis zu 50EUR Gebühr fällig. Nähere Infos unter http://www.kirchenaustritt.de.

Aber was haben Sie denn gegen Religionen? Die Kirchen tun doch auch viel Gutes!

Dies ist ungefähr die gleiche Argumentationslinie wie in: "Aber Hitler hat doch auch gute Dinge getan!".

Aber wo wir schon beim Thema sind: Zum Beispiel ist die Realität in kirchlichen caritativen Einrichtungen, allen voran die Caritas, dass ein großer Anteil vom Staat, und zwar deutlich größer als derjenige der Kirche, aufgebracht wird. Sozusagen ein staatlich gestütztes Unternehmen mit kirchlicher Führung. Hierbei werden allerdings Nicht-Katholiken diskriminiert, indem sie als Angestellte nicht in Betracht kommen. Hierbei geht es nicht um die Frage, ob die Caritas auch Gutes bewirkt (was durchaus der Fall ist), sondern dass es hierbei nicht vorrangig um kirchliches oder religiöses Engagement geht.

Nicht zuletzt betrachte ich zentrale Aussagen der Kirche als Betrug. Den Mitgliedern wird u.a. ein "Leben nach dem Tod" (Oxymoron) versprochen. Solche und ähnliche Aussagen gelten sowohl für die biblisch-christlichen Religionen als auch für Judentum und Islam, weshalb ich diese allesamt für gefährlich halte.

Gemeinschaftlich Götter anzubeten, die es offensichtlich nicht gibt, halte ich ebenfalls für Betrug.

Kann nicht Glaube auch gut sein, wenn er dazu führt, dass Menschen deshalb Gutes tun?

Ich finde, Menschen sollten aus freien Stücken Gutes tun, ohne dazu von einer Religion angeleitet werden zu müssen. Wenn Menschen dazu gebracht werden, aus Angst vor Bestrafung (ewige Höllenqualen, fehlendes Ticket in den Himmel, Strafe Gottes, etc.) Gutes zu tun, ist das in meinen Augen nicht gleichwertig mit dem Wunsch, "auch so" Gutes zu bewirken. Man nennt das auch "Heilsegoismus", wenn Menschen Dinge tun, nur um "ihren Arsch zu retten".

Ist es nicht gut, wenn den Menschen durch Religionen Werte vermittelt werden?

Aus meiner Sicht handelt es sich da um eine verzerrte Sicht der Dinge. Tatsache ist, dass die Inhalte der Bibel, und damit des christlichen Glaubens, extrem archaisch-inhuman sind und heutzutage wahrscheinlich auf dem "Index" landen würden. Angeführt seien nur Völkermord, Mindesmisshandlung, Kannibalismus, Mord, Sklaverei, Behindertenfeindlichkeit, Homophobie und Frauenverachtung. (Siehe auch meine Bibelzitate.) Beim Koran/Islam sieht es auch nicht besser aus. Dies sind keine Werte, die ich gutheißen kann. Es wird oft so getan, als ob die modernen Errungenschaften wie Rechtsordnung und Menschenrechte religiöse Wurzeln haben. Das Gegenteil ist der Fall: Die Charta der Menschenrechte wurde gegen den Widerstand der Kirche durchgesetzt.

Auf Werteordnungen, die historisch leicht nachprüfbar zu Kriegen, Inquisition, Hexenverbrennungen, Terroranschlägen (z.B. 11.9.2001) sollte man m.E. nicht nur verzichten, sondern man sollte sie aktiv bekämpfen, um weiteres Unheil zu verhindern.

Aber was ist denn der Sinn des Lebens, wenn er nicht durch Religionen vorgegeben wird?

Ich denke, Religionen haben keine bessere Antworten auf die Sinnfrage gegeben als sonst jemand. Den Sinn des Lebens kann jeder frei wählen, statt ihn sich von jemandem willkürlich vorgeben zu lassen. Wenn jemand etwas im Leben findet, was er mit ganzem Herzen verfolgen will, ist das doch wunderbar. Dagegen ist ein erpresserisches Aufzwingen von religiösen Denkmustern nur hinderlich, wie z.B. dies oder jenes tun oder sein lassen, um dem ewigen Höllenfeuer zu entgehen. Ich halte es für ein schlechtes Zeichen für eine Gesellschaft, so wenig Kreativität zu haben, dass man Religionen braucht, um alles überhaupt mit Sinn füllen zu können.

Aber ist es nicht gut, wenn es eine Kirche gibt, die einem Trost spenden kann?

An diesen Gedanken haben sich viele unhinterfragt gewöhnt. Trotzdem ist er nicht grundsätzlich richtig. Wenn z.B. der Trost gegeben wird, früher oder später einmal möglicherweise in den Himmel zu kommen, ist dies schlecht, da es blanker Betrug und eine Lüge ist.

Ich halte es weiterhin für ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft, wenn die Kirche die einzige sein sollte, die in schweren Situationen jemandem Trost spenden kann.





Impressum: Roland Stigge, siehe auch Whois-Eintrag